INTERVIEW mit MAMÜ

INTERVIEW mit MAMÜ
04 Apr
2012

Sein Name geistert schon seit längerem durch die mitteldeutsche Clublandschaft. Es dürfte kaum mehr einen Club geben, in dem er noch nicht seine Platten gedreht hat, und kaum ein Tanzbein, welches noch nicht frisch und fröhlich zu seinen Beats schwang.

Die Rede ist natürlich von MAMÜ, oder in der bürgerlichen “Extended” Version: Marco Mühlner. Housemusik, mit Abstechern in Richtung Tech- und Minimal oder auch gern Vocal- und Disco, das ist seine Passion. Man darf ihn getrost als Musikkosmopolit verstehen, denn sein Geschmack ist vielfältig. Er löffelt gern aus vielen Töpfen, denn die verderben den Brei nicht, im Gegensatz zu den zahlreichen Köchen, sondern machen ihn erst recht schmackhaft.

Daher gibt es bei ihm so einige Experimente in seinen Sets. Sehr klar sind seine Vorstellungen von einer facettenreichen Party, was er auch schon mehr als oft bewiesen hat, sei es bei den Beatbrothers, bei Houseburns, als Nightliferockerz im Duo mit Sino Sun oder gemeinsam mit seinem Weggefährten aus den Anfangstagen Tom B.

Nonkonformität kennzeichnet seinen Stil und so versteht er es spielerisch, sich den Bedürfnissen und Wünschen verschiedener Crowds anzupassen, sie zu lesen, aber auch sie zu fordern und zu führen. Ein gegenseitiges Wechselspiel, ein lustvolles “Hin-und-herwogen” des Wollen und Gebens, so, wie es im besten Falle immer zwischen Publikum und DJ ist. Dafür bedarf es natürlich einiger Erfahrung, und MAMÜ steht - wie eingangs erwähnt - ja nicht erst seit gestern hinter den Decks...

Meine ersten Versuche als DJ hab ich im April/Mai 2004 gestartet, also vor 8 Jahren… Damals wurden immer mal privat Partys gemacht, wo ich unter anderem DJs wie Marc Zocher, Tom Lied und auch Tom B. kennen lernte, nur dass ich damals noch hinter der Bar gearbeitet hab und sie hinterm DJ Pult. Doch dann, im besagten Zeitraum April/Mai 2004, hat es mir einfach so in den Fingern gejuckt, auch mal an den Plattenspielern und den Reglern des Mischpults zu drehen und zu schrauben, um mal zu gucken, wie das überhaupt geht, so dass ich einfach mit Marc Zocher’s Platten angefangen hab, die Kunst des Auflegens zu erlernen…

Für eine weitere Initialzündung - und zudem nach wie vor herausragende Anekdote - sorgte dann ein weiterer Kollege, der somit nicht ganz unschuldig am nunmehr achtjährigen DJ-Dasein von MAMÜ ist.

Zu meiner Anfangszeit als DJ war ich mal als Gast mit Tom B unterwegs. Ich hatte noch nie wirklich vor vielen Leuten, bzw. überhaupt Leuten aufgelegt, fand das aber immer faszinierend, wie der Tom das so macht… Jedenfalls war der Floor brechend voll - kein Wunder, Tom B . spielte vor Disco Dice und diese beiden Acts auf einem Floor, das war ein Highlight in der Housemusic Szene zu der Zeit. Ich schaute einfach so rum, die Leute waren mega gut drauf und plötzlich gab mir Tom eine Platte, grinste dabei und sagte zu mir: mach du mal eine, ich hab Durst. Da ging mir der A…. auf Grundeis! Aber es hat dann soweit alles ziemlich gut geklappt und ich war schon ein bissl stolz auf mich ;) Dem Tom B. habe ich einiges zu verdanken, was das Auflegen angeht, also DANKE!!! nur mal so am Rande...

Doch nicht nur Solo, auch im Duo dreht MAMÜ mittlerweile seine Platten, wobei sich relativ feste Konstellationen und zufällige b2b-Sets die Waage zu halten scheinen...

Es klappt schon immer mal wieder, dass ich mit jemandem zusammen spiele, spontan oder vom Veranstalter gewünscht zum Beispiel mit Tom B, M-Beat, P-Sun usw. - früher noch mit Sino Sun, der mir auch einiges ermöglicht hat in der DJ Szene. Auch hier: DANKE dafür! Das Hauptaugenmerk liegt aktuell aber auf 20/Eleven - eine DJ-Konstellation von Djane Cutie Pie & mir, in Richtung deepen Techhouse...

Abschließend stellt sich natürlich auch noch die Frage nach eventuellen Produktionen von MAMÜ, da ja so ziemlich jeder DJ nach einer gewissen Zeit hinter den Decks auch gern mal etwas auflegen würde, das er selbst produziert hat...

Seit gut einem halben Jahr habe ich mich ans Produzieren gewagt und es ist echt nicht so einfach wie es manchmal aussieht… Ableton ist das Programm, mit dem ich mich auseinandersetzte, nur irgendwie klingt es noch lange nicht so, wie ich es gern hätte. Aber: er wird! Zwei/drei Tracks gibt es schon, zwar nicht als Veröffentlichung, aber zum Free Download … Stolz bin ich auf den Track „MaMü-Felix“, denn den hab ich mit Marcel für meinen Sohn gemacht und ich liebe den Track - und meinen Sohn natürlich auch!

www.beatbrothers.de
MAM_web

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