Moderne Finanzen: Wie wichtig sind Kredite wirklich?

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Moderne Finanzen: Wie wichtig sind Kredite wirklich?

Konsumentenkredite haben sich vom Tabu-Thema zum legitimen und weit verbreiteten Finanzinstrument entwickelt. Dafür gibt es gute Gründe; ebenso wichtig ist es jedoch, über die Gefahren und den eigentlichen Sinn von Krediten nachzudenken.

Online-Szene bewirkt Verlagerung der Kreditwelt

Heutzutage gibt es kaum noch etwas, das online nicht möglich ist. Shopping-Touren, Urlaubstouren und sogar Dating finden immer häufiger im Internet statt; dass die Finanzen ebenfalls in der virtuellen Welt angekommen sind, darf also nicht überraschen. Den Anfang machten vor vielen Jahren die Direktbanken, die vollständig auf Filialen verzichten und aufgrund dieser Kostenstruktur günstigere Angebote präsentieren können.

In diesem Umfeld konnte auch die Kreditbranche entsprechend florieren. Dabei fließen jedoch mehrere Faktoren zusammen, denn wie der Kreditvergleich online zeigt, sind Kredite nicht nur komfortabel geworden, da sie einfach im Internet abgeschlossen werden können, sondern aufgrund der Zinspolitik auch noch extrem günstig.

Zum Vergleich: Verbraucherkredite vor 15 Jahren waren normalerweise nicht mit unter 4 Prozent Zinsen zu bekommen – häufig lag der effektive Jahreszins sogar noch deutlich über diesem Wert. Heute zeigt sich dagegen ein ganz anderes Bild: Theoretisch gibt es bereits Kredite für unter 1 Prozent und auch wenn das nicht die Regel ist, finden Kunden ein breites Feld zwischen 1,9 und 2,6 Prozent.

Verlockende Möglichkeiten, aber…

Mit solchen Zahlen lässt es sich natürlich gut arbeiten. Die Voraussetzung dafür ist allerdings eine ausreichende Bonität. In Sachen Kreditbewilligung hat sich nämlich nicht viel geändert: Immer noch legen die Banken größten Wert auf Sicherheiten und diese werden im Verbrauchersegment durch die Kreditwürdigkeit widergespiegelt.

Das bedeutet: Ohne hinreichende Bonität können Interessenten die attraktiven Kredite nicht nutzen. Darüber hinaus stellt sich die generelle Frage, wann die Aufnahme eines Kredits eigentlich empfehlenswert ist – nur weil sie möglich ist, heißt es noch lange nicht, dass sie auch Sinn macht.

Denn nach wie vor gilt, dass Kredite das finanzielle Risiko erhöhen. Dieser Weg sollte nur beschritten werden, wenn es wirklich notwendig ist, beispielsweise, um das neue Auto zu kaufen, das dringend benötigt wird, um jeden Tag zur Arbeit zu kommen. Ein ganz anderer Fall sind wiederum „Spaß“-Produkte wie ein neuer Fernseher, das neueste iPhone oder teure Markenkleidung. Häufig werden Konsumentenkredite genau zu solchen Zwecken aufgenommen, was von Finanzexperten zu Recht kritisiert wird.

Dabei geht es nicht zuletzt um die bereits erwähnte Bonität. Denn Kredite werden auch bei pünktlicher Begleichung aller Raten in die eigene Auskunft eingetragen; das ist an sich nicht unbedingt negativ, dient aber als Signal für die finanzielle Belastung. Im Sinne der Bonität ist es also besser, eher wenige Kredite abzuschließen. Falls es dann einmal dringend nötig ist, gelingt die Aufnahme umso einfacher.

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